Bericht "Zirkusfreizeit für Kids 2007"
Vom 08.07.-15.07.07 verbrachten 7 Mädchen, 5 Jungen, ausnahmsweise 3 Betreuerinnen (meine Kollegin war hochschwanger und wurde deshalb von einer weiteren Kraft unterstützt) und 2 Pferde gemeinsam ihre Ferien im 20 km von Kassel entfernt liegenden idyllischen Mariendorf.
Nach der Anreise der Kinder in Mariendorf am Sonntagnachmittag gegen 15 Uhr wurden die Eltern verabschiedet, es erfolgte ein erstes kurzes Kennenlernen und eine Absprache der Zeltbelegung. Erstaunlicher Weise fanden sich wieder einmal die Belegungen gut und problemlos zusammen. Nach dem Aufbau der Zelte ging es an's Kennenlernen der Umgebung und der Pferde. Die Zeit verging wie im Fluge und es folgte nach dem Abendbrot und einer Gute-Nacht-Geschichte die erste immer besonders aufregende Nacht.
Am nächsten Morgen wurden die Pferde für die erste Voltigierstunde geholt. Nach dem Putzen und den ersten Runden auf Nestor und Amigo waren auch die Bedenken bei denen, die vorher noch nichts mit Pferden zu tun hatten, verschwunden.
Am Nachmittag ging es dann an's Tellerdrehen und schließlich an einen spielerischen Einstieg ins Jonglieren mit Tüchern. Der Abend wurde von uns mit verschiedenen Spielen und Theaterübungen gestaltet. Die Gruppe zeichnete sich dabei durch eine große Spiellust und -freude aus.
Insgesamt verbrachten wir die Vormittage mit den Pferden, vermittelten je nach Mut und Können unterschiedlich anspruchsvolle Kunststücke auf dem Pferd im Schritt und Trab. Von diesen zeigte schließlich jedes Kind zwei bei der Vorstellung. Hinzu kam ein weiteres Kunststück zu zweit mit einem anderen Kind.
Die Nachmittage bestanden aus Einführungen in die verschiedenen Zirkustechniken. Zum bereits erwähnten Tellerdrehen und Jonglieren mit Tüchern kamen Akrobatik und der Umgang mit dem Diabolo. Für das Diabolo begeisterten sich wieder einmal nur Jungen, die aber sehr eifrig übten. Die Mädchen hatte in diesem Jahr das Akrobatikfieber gepackt. Sie übten unentwegt verschiedene, zum Teil sogar selbst ausgedachte Pyramiden.
Nach der Einführung der unterschiedlichen Materialien wurden in Kleingruppen erste Nummern selbständig erarbeitet und vor den anderen präsentiert.
Die bewährten 3 Mülltonnen und Straßenbesen kamen wieder zum Einsatz. Die ältesten Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickelten damit völlig selbständig eine Nummer, die später auch in der Vorstellung mit großer Begeisterung aufgenommen wurde.
Die Gruppe war insgesamt von sich aus sehr motiviert zu üben, selbst wenn eigentlich "Freizeit" war. Dies war später den Ergebnissen durch eine hohe Qualität und gute Gemeinsamkeit der Gruppe anzumerken.
Die Wetterlage war in diesem Jahr sehr durchwachsen, die Nächte waren zunächst extrem kalt, tagsüber regnete es häufig, so dass wir zahlreiche Dinge in der Halle machten. Die Nachtwanderung fiel durch den völlig durchgeweichten Boden und das dauerhaft schlechte Wetter buchstäblich ins Wasser. Erst ganz am Ende kehrte die Sonne zurück, so dass spontan alle ihre Badesachen anzogen und eine Wasserschlacht stattfand.
Wieder einmal war es eine angefüllt Zeit. Schon bald rückte die Aufführung näher und näher. Weitere Programmpunkte wurden entwickelt, Musik wurde hinzugefügt und die Proben intensivierten sich. Der Zirkusrap wurde eingeübt und Plakate gemalt und im Dorf aufgehängt.
Überraschender Weise war gerade ein kleiner Familienzirkus in Immenhausen, so dass wir noch einen kleinen Ausflug dorthin machten und uns eine Vorstellung ansahen. Da es ein sehr kleiner Zirkus war, traten die Kinder der Familie mit eigenen Nummern auf, was gerade in unserem Fall für die Kinder besonders interessant war. Auch der Umgang mit kleinen "Pannen" war dort für die Kinder gut nachzuvollziehen.
Dann war es auch bei uns endlich so weit! Aufgeregt wurden am Sonntagnachmittag die Familien bei ihrer Ankunft begrüßt. Plötzlich war es dann wieder so heiß, dass man sich kaum anrühren mochte. Doch die Kinder ließen sich dadurch nicht irritieren. Sie zeigten auch in diesem Jahr wieder eine vielfältige, kunterbunte und gelungene Zirkusvorstellung, für die es jede Menge Applaus gab.
Schließlich wurden noch ein paar gemeinsame Erinnerungsfotos gemacht, etwas getrunken und Kekse gegessen, bevor es dann für alle Abschied nehmen hieß und alle müde, aber angefüllt und stolz nach einer erlebnisreichen Woche nach Hause fuhren.
Stephanie Hecht