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Sporterlebniscamp 2007

Bericht zum "Sporterlebniscamp mit Pferden für Jungen"


Asbach, 07.-13.07. 2007

Das Sporterlebniscamp für Jungen von 11 bis 13 Jahren fand in Kooperation mit dem Verein für naturnahe Sozialarbeit NASO.e.V. statt.

Im Vordergrund stand der Umgang mit den Pferden und das Reiten lernen. Dabei wurde nach der Bruns-Behr Methode vorgegangen, die für Reitanfänger konzipiert wurde und besonders für Jugendliche gut geeignet ist. Ziel dieser Methode ist es, Menschen möglichst schnell und sicher ans Pferd, aufs Pferd und ins Gelände zu bringen. Dabei werden verschiedene Hilfsmittel verwendet, die es in herkömmlichen Reitschulen meist nicht gibt. So z.B. das Holzpferd, an dem die verschiedenen Bewegungen zunächst pferdeschonend geübt werden können, oder die Ovalbahn, die dem Pferd erstmal die Laufrichtung vorgibt, damit sich der Reiter auf seinen Sitz und die ungewohnten Bewegungen des Pferdes konzentrieren kann. Neben dem Reiten standen noch weitere sportliche Aktivitäten auf dem Programm, u.a. Klettern an der Kletterwand, Abseilen von einem nahegelegenem Turm, Bogenschießen, Fußballspielen, Seilgartenaktivitäten, Orientierung im Wald mit Karte und Kompaß, einen Stallkinoabend mit Pferdefilmen.

Die beiden Betreuer, beide in der Jugendarbeit erfahrene Sozialarbeiter (ehemalige langjährige Mitarbeiter der Erlebnis- und Erfahrungskurse Kassel der AWO) arbeiteten im Wechsel jeweils mit der Hälfte der Gruppe.

Die Alterszusammensetzung umfasste die gesamte Bandbreite der ausgeschriebenen Altersgruppe. Die Gruppe verhielt sich sehr sozial, von Betreuerseite musste kaum schützend für die kleineren eingegriffen werden, eher um die größeren zu "retten". Allerdings gab es einen Jugendlichen, der auf Grund seines Verhaltens ständig von Ausgrenzung bedroht war. In diesem Fall war beständige Intervention der Betreuer notwendig.

Fast alle Jungen hatten noch nicht sehr viel Erfahrung mit Natur und Draußen sein, und daher waren Dinge wie Zelten und im Wald unterwegs sein für sie schon eine Herausforderung. Keiner der Teilnehmer hatte Heimweh. Da Asbach in einem Funkloch liegt und deshalb kein Handy-Kontakt möglich war, boten wir am Mittwoch an, über Festnetz nach Hause zu telefonieren. Fast alle Teilnehmer machten von diesem Angebot Gebrauch. Ansonsten haben alle das Abenteuer Campen gut überstanden und waren auch etwas stolz, es geschafft zu haben. Einige der Jungen hatten schon etwas Reitkenntnisse, während andere noch völlige Anfänger waren. Trotzdem wurde die Gruppe für das Reiten in zwei gemischte Hälften geteilt. Durch diese Mischung erreichten die "Neulinge" in ein paar Tagen ein so hohes Niveau, dass sich für alle Teilnehmer die Möglichkeit ergab, leistungsmäßig eine Reitprüfung zu bestehen. Dieses Angebot nahmen alle 8 Jungen war.

Die Tagesinhalte finden sich in der Anlage "Wochenplan" wieder. Bei der Orientierung mit Karte und Kompass querfeldein durch den Wald hatte keine der beiden Gruppen Probleme mit der Umsetzung des Umgangs mit den Hilfsmitteln. Beim Klettern haben die Teilnehmer gelernt, sich gegenseitig zu vertrauen, da sie sich wechselseitig sichern mussten. Gleichzeitig haben sie das Klettermaterial kennengelernt. Beim Abseilen mussten zunächst bei einigen Teilnehmern Ängste überwunden werden. Ein Junge hat auf Grund seiner Ängste nur die "kleine" Abseilstrecke in Begleitung bewältigt.

Das Bogenschießen war bedingt durch die Vorerfahrung von zwei Jungen ein attraktives Angebot und wurde mehrfach genutzt. Fast täglich fanden Fußballspiele zwischen den Teilnehmern und Dorfjugendlichen statt, die engagiert aber fair über die Bühne gingen. Ansonsten nahmen die Jungen in ihrer "Freizeit" die Aktivitäten des Camps wieder auf, redeten miteinander und bauten einen kleinen Staudamm an einem nahegelegenen Bach.

Als Höhepunkt der Freizeit wurden von den Jungs die Ausritte benannt. Die dreistündigen Geländeritte führten durch den Wald und entlang der ehemaligen DDR-Grenze. An der Ruine Altenstein wurde eine kleine Pause eingelegt und ein kleiner Steilhang abwärts musste mit Pferd bewältigt werden. Unterwegs wurden Bäume bestimmt, ein alter Grenzstein untersucht und kleine Versteinerungen im Muschelkalk gefunden. Die Geländeritte fanden in allen Gangarten statt, wobei den Jungen erwartungsgemäß besonders der Galopp gefallen hat. Zum Abschluss am Freitag ging es ans Aufräumen des Zeltplatzes und Selbstversorgerraums. Am Nachmittag wurden die Urkunden und Junior-Reitpässe verteilt. Nach und nach trafen nun auch die Eltern ein und machten sich mit den Jungen auf den Heimweg.

Abschließend äußerten die Teilnehmer, dass die schlechteste Zeit das Aufräumen und Saubermachen war.

Sebastian Roschinski
Wolfgang Schräder

 
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